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Blue Ice Labs GmbH in Wiesbaden
Firma / Bewerbung

Blue Ice Labs GmbH

Ort

Wiesbaden

Homepage

blueice-labs.de

Kategorie
Gründung aus der Hochschule

Blue Ice Labs: Präzise Temperatursteuerung für die Lichtmikroskopie

Juan Manuel Iglesias Artola von Blue Ice Labs GmbH in Wiesbaden

Blue Ice Labs ist ein Wiesbadener Unternehmen, das Präzisionsgeräte für die Lichtmikroskopie entwickelt. Gegründet wurde es von Dr. Juan Manuel Iglesias Artola und Dr. Anatol William Fritsch. Beim Hessischen Gründerpreis 2026 tritt es in der Kategorie „Gründung aus der Hochschule“ an. Das adressierte Problem: In der mikroskopischen Forschung lassen sich Proben mit bisherigen Geräten nur eingeschränkt heizen und kühlen, wodurch viele Experimente nicht möglich sind.

Das erste Produkt, das Thermosystem VTS-100, heizt und kühlt Proben von minus 10 bis 80 Grad Celsius mit einer Genauigkeit von 0,1 Grad und ermöglicht programmierbare Temperaturverläufe auf einem transparenten Probentisch. Damit werden Versuche durchführbar, die bestehende Geräte nicht leisten, etwa zur Proteinfehlfaltung bei Alzheimer oder zum Hitzeschock bei Krebs. Eine begleitende Software verwaltet die Daten und exportiert die Ergebnisse direkt für wissenschaftliche Veröffentlichungen. Das Gerät bietet eine schnellere Temperaturregelung als vergleichbare Lösungen und liegt dabei 20 bis 40 Prozent unter deren Kosten. Zur Zielgruppe zählen akademische und industrielle Forschungslabore in den Lebens- und Materialwissenschaften.

Blue Ice Labs nimmt am Accelerator-Programm der Max Planck Foundation teil, das von der Start2 Group organisiert wird; zuvor durchlief das Team das MAXImize-Programm der Max-Planck-Gesellschaft. Das Produkt wurde am Institut für Molekulare Biologie in Mainz vorgestellt. Bislang sind 20 Prototypen in Europa und den USA im Einsatz, und die Technologie wird in mehr als zehn Fachpublikationen zitiert. Das Gerät ist CE-zertifiziert und ein Patent ist angemeldet.

Für die nächsten drei Jahre plant das Unternehmen, das Team auf fünf Vollzeitstellen auszubauen und nach Nordamerika zu expandieren. Dazu soll das Produktportfolio erweitert werden; ein Patent für das nächste Gerät ist eingereicht, und das Team erforscht sogenannte Organ-on-a-Chip-Systeme, bei denen Organfunktionen im Miniaturformat nachgebildet werden.